Rebknörpli werden 40 Jahre alt

Rückblick in die Geschichte der Narrenzunft

Offenburger Tageblatt vom 25.01.2017

 

Die Fessenbacher Narrenzunft Rebknörpli hat dieses Jahr allen Grund zum Feiern.

 

Die Zunft gibt es seit 40 Jahren, Krottestecher und den Rockschwoof seit   33 Jahren – Erinnerungen an die Dorffasent und die Gründung der Rebknörpli und Krottestecher. Bevor die Rebknörpli-Narrenzunft in Fessenbach im Jahr 1977 gegründet wurde, gab es bereits eine sehr lebendige Dorffasent.

 

Als Fasentspfarrer fungierte zunächst Hermann Braun, für kürzere Zeit Georg Litterst und danach bis heute Markus Litterst. Pünktlich um 6 Uhr wird es laut in den Fessenbacher Gassen und die Narren treffen sich im Narrenkeller unter dem alten Rathaus, der seit 1989 Heimstatt der Rebknörpli ist. 

 

Immer am 11. November findet dort der »Gmiedlige Obe« statt. In den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts begann eine starke Wiederbelebung der Fasent und somit auch die Gründung der Narrenzunft, die vor allem 1976 von Hans Conrad, dem Ehemann der Lindenwirtin Helga Conrad, mit großem Einsatz initiiert wurde. So fand die offizielle Gründung der Narrenzunft Rebknörpli am 1. April 1977 statt. Hans Conrad wurde der erste Zunftmeister (1977 bis 1986).

 

Für die Entwürfe der Kostüme von Rebknörpli-Mann und -Frau stand der Freiburger Bühnenbildner Walter Perlacher Pate, wie in einer Chronik von Albert Adam zu lesen ist. Bereits sieben Jahre nach der Gründung wurde 1984 der Krottestecher ins Leben gerufen. Vor allem Fritz Hillenbrand war es ein Anliegen, für die Jugendlichen eine eigene Maskengestalt zu schaffen. Der Karlsruher Künstler Benno Huth erfüllte mit seinem Entwurf einer Krottenstecher-Maske die Erwartungen und der Zell-Weierbacher Holzschnitzer Franz Weber setzte den Entwurf um.

 

Beliebt beim Rebland-Brauchtumsabend sind seit Anbeginn die zwei Wanderer aus dem Rebland, früher Uli Litterst und Fritz Hillenbrand, heute Uli Litterst und Beni Litterst. Übrigens: ohne die drei Litterst-Brüder, die von ihren Eltern Josef und Angela Litterst mit dem Fasentsvirus infiziert wurden, wäre die Fessenbacher Fasent undenkbar. So ist Uli Litterst nicht nur seit der Gründung, davon auch sechs Jahre als Zunftgeselle und nun seit 1992, also in diesem Jahr 25 Jahre, als Zunftmeister dabei. 

 

Eine ganz andere, aber genauso traditionelle Veranstaltung wurde 1985 mit dem Rockschwoof geschaffen. Er ist das Rockevent in der Ortenau, und diese Veranstaltung ist eng mit Clemens Litterst verbunden, der zusammen mit seinem Bruder Markus und Klaus Günther die Bands für den Rockschwoof aussucht. Seit 2001 gibt es die Newcomer-Chance für Nachwuchsbands. Dem Sieger winkt ein Auftritt bei der Rocknacht, die am 17. Februar zum 33. Mal in der Reblandhalle stattfindet.

 

Der Zunftobe ist das Großereignis der Fessenbacher Dorffasent, denn seit 1976 findet er regelmäßig in der Reblandhalle statt. Zwei Veranstaltungen bestimmen ebenfalls die Fasent: Das Scheeserennen, das die Krottestecher in Offenburg beim Narrentag ausrichten und das bereits seit 1979 von Hans Conrad ins Leben gerufene Scheeserennen in Fessenbach, an dem Gruppen, Vereine, Erwachsene, Kinder und Jugendliche teilnehmen. 

 

Auf das Scheeserennen inklusive Kindernachmittag in der Reblandhalle folgt nur noch der Schlussrambo, die Fasentsbeerdigung, in der »Linde«. Gefeiert werden die Jubiläen, 40 Jahre Narrenzunft Rebknörpli und 33 Jahre Krottestecher, am Zunftobe, Samstag, 25. Februar, ab 20 Uhr in der Fessenbacher Reblandhalle.

 

Autor: Ursula Haß

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Narrenzunft Rebknörpli Fessenbach